Donnerstag, 15. November 2007

Die letzten Wochen

So jetzt ist schon über einen Monat her, dass wir aus Tibet zurück sind und ich habe immer noch nicht das Aktuellste hier rein geschrieben. Faulheit kann man manchmal einfach unüberwindlich sein…

Der Alltag ist wieder da. Ja ich muss wieder jeden Tag ins Büro und wieder mit weniger als wenig Schlaf auskommen =)

Die letzten Wochen haben wir ne To- Do- Liste aufgestellt, was noch alles abzuhaken ist, bis man wieder ins Schwabenländle fliegen wird. Noch ganz schön lange List… Vor allem die Einkaufsliste wird noch einige Tage Stress bedeuten.


Wetter

Langsam wird es hier auch immer kühler. Wir haben zwar noch keinen Schnee, aber über 20°C kommt das Thermometer auch nicht mehr… Also Pullipflicht wenn nicht sogar noch ne Jacke. Aber am Sonntag ist mein Wintermantel fertig, dann kanns so kalt werden, wies will. Jedoch ist mein Apartment ungefähr gar nicht isoliert, was bedeutet, dass das Duschen morgens jetzt schon von Tag zu Tag ne größere Überwindung wird. Aber es lebe der Heizlüfter (gell Dani Banani).


Frisör

Langsam wurden auch meine Haare immer länger… Also musste ein Frisör her. Habe von einer Freundin nen chinesischen empfohlen bekommen. Als ich da ankam, sah auch alles ganz gut aus, ich hätte aber 3 Stunden warten müssen. Also bin ich weiter ins Unglück gerannt. Tony & Guy = Ich schneide jedem einen Fashion-Victim-Schnitt-Frisör musste herhalten. So wurden kurzer Hand aus zu langen Haaren zu kurze :-) Hab extra noch mal nachgehakt, ob sie alles verstanden hat. Aber eigentlich war es klar, dass eine Chinesin das auf Englisch nicht verstehen konnte. Nun ja die Haare wachsen auch wieder, auch wenn es anfangs echt eine krasse Umstellung war. Ceteris Paribus hat jetzt der Michi eigentlich längere Haare als ich.


Jans Geburtstag

Am 21. Oktober hatte dann unser Baba Geburstag (=Jan=Trainee bei Zeiss). Sein großer Wunsch war es Karaoke hier zu testen. Nachdem wir beim Teppanyaki gut gespeist hatten und uns bisschen Singeslust angetrunken hatten, gings direkt zu KTV. Dort hat man so kleine Privaträume, in denen aber trotz allem noch genügend Platz zum Abrocken ist. So haben wir dort kräftig reingefeiert und alle englischen und sogar ein paar chinesischen (gell Juliane) Songs gelallert. Danach gings natürlich noch lange nicht heim. Im Windows wurde kräftig gedancet und neue Frisuren getestet ;-) Zur Feier des Jubilars haben wir noch den Sonnenaufgang angeschaut, nachdem der Michel 2 Stunden lang nen 24h-Supermarkt gesucht hat um noch bissle Wasser und Säfte zu besorgen…
Mittags gabs dann Geburtstagskaffee im Paulaner und natürlich auch das ein oder andere Stützbier.
Hoffentlich konnten wir so von der weiten Trennung zur Familie ablenken.


Meine Eltern zu Besuch

Vor 2 Wochen waren Ma und Pa alias Elektro- Uli zu Besuch hier.
Sie sind am Donnerstagabend angekommen und waren dann bis Sonntagmorgen in Shanghai.
Waren gleich mal mit Stäbchen essen (hahaha) und haben die besten Bars getestet. Tagsüber gab es eben das allgemeine Touriprogramm in Shanghai und einen Tag Suzhou.
Immer wieder amüsant, wenn zwei Ostälbler in Shanghai aufschlagen und mit einem über nen Zebrastreifen oder so laufen…. Da bin ich froh, dass es in Aalen anders zugeht, sonst hätte ich wirklich Angst um euch zwei. Natürlich kamen wir mim E- Uli nicht am Paulaner vorbei. Sodass wir dort dann auf das ein oder andere Weizen und Kaffee und Brezel und Apfelstrudel hängen geblieben sind. Nach 2 Wochen schon Schwabenessensentzug… Ohne Worte!
Natürlich gabs dann noch nen Abend mit allen anderen Praktikanten. Waren erst lecker im Simply Thai essen und danach noch im Zapata’s auf nen Cocktail.
War auf jeden Fall mal wieder schön, bisschen Heimat hier zu spüren und das daheim auf jeden Fall noch wartet… Nicht mehr lange und schon bin ich wieder da…

Aber das Beste an dem Wochenende war eigentlich die „Nacht“ nach dem Suzhou Tag. Nur so viel dazu: Es war circa Mitternacht als ich Richtung Hooters lief und in den Außenlautsprechern den Ententanz hörte. Drinnen sah ich die Chicitas und natürlich noch ein paar Jungs (!!!) rumtänzeln. Ohne Worte. Aber das war nur der Anfang. Drinnen gab es dann Sach- und Lachgeschichten mit den Dreien. Ein Wunder, das noch alle Salzstreuer und Ketchupflaschen und Co heile sind. Finale Grande war dann, als ich vom Klo zurückkam und mein Cocktail „leicht“ nach Tabasco geschmeckt hat. Die Rechung (wird bald online gestellt) war ein Schnäppchen… Männer echt!

Während für mich alle anderen Mitbringsel wichtiger waren, kam ich nicht drum rum auch ein paar Wurstdosen aus Deutschland zu bestellen. So haben wir am Montag nach dem Parentsweekend erstmal bei Jan ein Vesper veranstaltet mit weltbester Schinkenwurst vom Ölmühllädle und saure Gurken für ca. 3€….


Blue Frog…

Am Freitagabend vor 2 Wochen gings mal wieder wie fast jede Woche zum Mäci…
Dort haben wir uns mit Jan getroffen, der seine Eltern dieses We durch Shanghai führen durfte. Nachdem er unbedingt noch ein Bier nötig hatte, gings statt ins Mural’s noch „kurz“ in Blue Frog. Dort angekommen haben Michi und ich nen Pitcher Margarita bestellt, bevor wir dann doch noch an die Bar sind und bliblabloe… Plötzlich wars dann 12 und Dominik wollt auch heim und Jan sowieso. Er wollte ja nur kurz auf ein Bier…. Wie immer eben. Da ich eh wie immer noch topfit war und Michi auch noch nicht heimwollte, aber auch nicht mehr übern Fluss nach Puxi, sind wir zu Fuß heimgelaufen. Das heißt dann von Lujiazui (direkt am Fluss) einmal quer durch Pudong zu uns nach Hause. Wir waren bestimmt zwei Stunden unterwegs…



Peking

Für das 2. Novemberwochenende war dann endlich unser Trip nach Peking und an die Mauer geplant. Unter ganz komischen Umständen wurde unser Hinflug schon für Donnerstag statt auf Freitag gebucht. Deswegen hatten wir dann zwei Tage in Peking und einen für die Mauer.
Am Donnerstag kamen wir erst um Mitternacht rum in Peking an und haben dann ein Taxi zum Hotel genommen. Der Fahrer war voll der Kumpeltyp, hat den Jungs gleich Zigaretten angeboten und immer gelacht und Co. Das Ende vom Lied war, dass wir anstatt von ca. 90 RMB 140 gezahlt haben und er uns voll über den Tisch gezogen hat. Mal wieder China live erlebt. Unser Hostel war ganz schnuckelig. Wir hatten nen 4-rer Zimmer mit 2 Stockbetten und EIGENEM Badezimmer. Die „Etagenduschen“ hatten nämlich ein integriertes Klo. Also ein chinesische Plumsklo im Boden, das beim Duschen dann als Abfluss dient. Nur crazy. Der Aufenthaltsraum war wie ein Wohnzimmer und es tat mal wieder richtig gut einfach auf nem Sofa rumzustracken.

Am ersten Tag sind wir dann so gegen kurz vor spät los gekommen, nachdem auch der letzte es ausm Bett geschafft hatte =) Sind von den Huatongs durch die ganzen Parks Richtung Verbotene Stadt gelaufen. War ein Traum. Strahlend blauer Himmel, für China richtig wenig Leute unterwegs und endlich mal richtige Bäume und klares Wasser… Haben dann von nem Hügel aus die Verbotene Stadt von oben angeschaut, bevor wir dann durchgelaufen sind bis zum Platz des Himmlischen Friedens. Danach haben wir erstmal ne Stärkung gebraucht und eine richtig leckre Pekingente gegessen. Gegen späten Abend sind wir dann beim Olympiastadium angekommen. Da dort noch überall Baustellen sind, kann man nicht direkt ans Stadion gelangen. So hatten wir die glorreiche Idee auf das nächst beste Hoteldach zu klettern und das ganze von oben anzuschauen. Nur dumm das die ganzen Hotels drum rum noch im Bau sind und man nirgends reinkommt. In einem Gebäude hatte nur ein Pub/ Steakhouse geöffnet und eigentlich wollte dort Dominik nur kurz aufs Klo gehen. Daraus wurde dann ein never ending Abend. Dort gabs nämlich Cocktails mit Vorsilbe Ultimate und von der Größe her könnte man es mit einer Maß Bier vergleichen. So wurde kurz mal aus ner Klopause ein etwas längerer Abend…
Im Hostel wurde dann das bekannte Noch- ein- Bier- geht- Bier getrunken aus dem dann doch noch eine längere Nacht wurde und so wurde es aus „früh ins Bett und wir fahren morgen um 6 zur Mauer los“ mal wieder nichts.

Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf klingelte dann der Wecker und es ging mit einem riesengroßen Bus circa 4 Stunden Richtung Große Mauer. Eigentlich sollte uns irgendwo ein bequemer Reisebus aufnehmen, aber der war überfüllt und so sind wir mit einem „Luxuskleinblus“ durch die Prärie geschaukelt.
Morgens um 10 gings dann zu Fuß weiter. Nach einer halben Stunde Fußmarsch haben wir dann die eigentliche Mauer erreicht und sind dann 10 km auf der Mauer gewandert. Das war aber alles andere als Zuckerschlecken. Die spinnenden Chinesen haben die Mauer nämlich nicht eben gebaut sondern über jeden Hügel, der eben im Weg war. Das heißt es ging immer stetig bergauf und bergab. Das Gute war, dass fast keine Touristen unterwegs waren und alles ziemlich natur belassen war – zumindest gegen Ende. Teilweise musste man sogar in die Wachtürme klettern, da Stufen gefehlt haben oder die eigentlichen Wege nicht ausgeschildert waren. Mir wollte ne freundliche Chinesin helfen, in den Turm zu klettern. Das war glaub ein Bild für Götter. Die hat so an mir gezogen, dass mein linkes Bein fast abgefallen ist.
Am Sonntag haben wir dann bisschen ausgeschlafen, naja eigentlich nicht wirklich und sind dann gegen Mittag zum Sommerpalast aufgebrochen. Endlich Bus fahren in Peking – was ein Spaß! Der Verkehr ist ein einziges Chaos. Keine Chance schnell von A nach B zu kommen! So waren wir bestimmt ne Stunde mit dem Bus unterwegs!

Am Eingang haben wir uns natürlich das teuerste Ticket gekauft, weil wir alles anschauen wollten – waren aber zu geizig für 3RMB uns ne Karte vom Sommerpalast zu kaufen. Deswegen haben wir dann die Größe bisschen unterschätzt und sind an allen Zusatzausstellungen und Gärten vorbeigelaufen. Da kann man sich unendlich lange aufhalten und hat wahrscheinlich immer noch nicht alles gesehen.
Abends gings dann Richtung Flughafen und letzt endlich wieder nach Shanghai zurück.
War wirklich wunderschön und einfach mal wieder relaxt, da wir so gutes Wetter haben und Peking im Gegensatz zu Shanghai eben ne chinesische Stadt ist, wie man es sich vorstellt und bisschen Natur durchkommt.


So das war der letze Monat in Kurzform

Der Countdown läuft, bald bin ich zurück im Revier =)

Grüßlis, Sartschi